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Blog · 14.07.2026

Alle Produkte in …“ in der mobilen Navigation einfach erklärt

Der zusätzliche Eintrag „Alle Produkte in …“ sorgt dafür, dass in der mobilen Navigation sowohl die Produkte einer Kategorie als auch deren Unterkategorien eindeutig erreichbar bleiben.

Zwei mögliche Ziele, aber nur ein Fingertipp

Enthält eine Kategorie weitere Unterkategorien, kann ein Tipp auf den Kategorienamen grundsätzlich zwei verschiedene Aktionen auslösen:

  • die nächste Navigationsebene mit den Unterkategorien öffnen
  • die Produktliste der aktuellen Kategorie anzeigen

Auf einem Desktop-Computer lassen sich solche Aktionen teilweise über unterschiedliche Bedienformen trennen. Beispielsweise kann sich ein Menü bereits beim Überfahren mit der Maus öffnen, während ein Klick auf den Kategorienamen eine eigene Seite aufruft.

Auf einem Smartphone oder Tablet gibt es diese Unterscheidung nicht. Ein Fingertipp ist zunächst nur ein Fingertipp. Das Shopsystem muss daher eindeutig festlegen, welche Aktion damit verbunden ist.

Öffnet ein Tipp auf den Kategorienamen die Unterkategorien, kann derselbe Tipp nicht gleichzeitig die Produktliste dieser Kategorie aufrufen. Zwei unterschiedliche Ziele benötigen deshalb zwei unterschiedliche Bedienmöglichkeiten.

Warum „Alle Produkte in …“ angezeigt wird

Damit beide Ziele erreichbar bleiben, wird innerhalb der nächsten Navigationsebene automatisch ein zusätzlicher Link angezeigt:

Alle Produkte in Handpads

Dieser Eintrag führt zu den Produkten, die direkt der Kategorie „Handpads“ zugeordnet sind. Die darunter angeführten Einträge öffnen dagegen die jeweiligen Unterkategorien.

Der Link ist somit keine unnötige Wiederholung des Kategorienamens. Er macht ein zweites, eigenständiges Navigationsziel erreichbar.

Ein einfaches Beispiel

Die Kategorie „Handpads“ enthält:

mehrere direkt zugeordnete Produkte
die Unterkategorie „Öko-Produkt“
die Unterkategorie „Zubehör“

In der mobilen Navigation ergibt sich daraus sinngemäß folgende Struktur:

Handpads

├── Alle Produkte in Handpads
├── Öko-Produkt
└── Zubehör

Ein Tipp auf „Alle Produkte in Handpads“ öffnet die Produktliste der übergeordneten Kategorie. Ein Tipp auf „Öko-Produkt“ oder „Zubehör“ öffnet die entsprechende Unterkategorie.

Ohne den zusätzlichen Link könnten die direkt unter „Handpads“ eingeordneten Produkte über diesen Navigationsweg nicht aufgerufen werden.

Wann erscheint der zusätzliche Eintrag?

Der Eintrag wird ausschließlich anhand der tatsächlichen Kategoriestruktur erzeugt. Er erscheint also nicht pauschal bei jeder Kategorie.

Die Kategorie enthält nur Unterkategorien

Handpads

├── Öko-Produkt
└── Zubehör

Da keine Produkte direkt unter „Handpads“ liegen, gibt es nur ein Ziel: die Unterkategorien. Ein zusätzlicher Produktlink ist nicht erforderlich.

Die Kategorie enthält nur Produkte

Handpads

├── Produkt A
├── Produkt B
└── Produkt C

Da keine weitere Navigationsebene vorhanden ist, kann der Kategoriename unmittelbar die Produktliste öffnen. Auch hier wird kein zusätzlicher Eintrag benötigt.

Die Kategorie enthält Produkte und Unterkategorien

Handpads

├── Produkt A
├── Produkt B
├── Öko-Produkt
└── Zubehör

Jetzt gibt es zwei unterschiedliche Ziele:

  • die direkt zugeordneten Produkte anzeigen
  • zu den Unterkategorien wechseln

Deshalb ergänzt das Shopsystem automatisch den Link „Alle Produkte in Handpads“.

Werden Produkt A und Produkt B später vollständig in eine Unterkategorie verschoben, entfällt das erste Ziel. Der zusätzliche Eintrag wird dann automatisch nicht mehr angezeigt.

Deep Dive: Warum zwei Ziele zwei Bedienmöglichkeiten benötigen

Technisch wäre es möglich, den Kategorienamen und ein danebenliegendes Pfeilsymbol als getrennte Touch-Flächen zu gestalten:

Handpads                    >
   │                        │
   │                        └── Unterkategorien öffnen
   │
   └── Produktliste öffnen

Auch diese Umsetzung verwendet jedoch zwei unterschiedliche Bedienmöglichkeiten. Zusätzlich müssen Nutzer erkennen können, welcher Teil des Eintrags welche Aktion ausführt.

Das kann insbesondere auf kleinen Displays problematisch sein: Die Touch-Flächen müssen groß genug sein, dürfen sich nicht überschneiden und ihre unterschiedlichen Funktionen müssen visuell verständlich bleiben.

Bei einer sequenziellen Navigation, häufig auch Drilldown-Navigation genannt, ist daher folgende Struktur gut nachvollziehbar:

  • Der Kategoriename öffnet die nächste Navigationsebene.
  • Innerhalb dieser Ebene führt ein eigener Link zur Produktliste der Elternkategorie.
  • Darunter folgen die verfügbaren Unterkategorien.

Die Nielsen Norman Group nennt sequenzielle Menüs neben Akkordeons, Bereichsmenüs und Kategorie-Landingpages als etabliertes Muster für mobile Unternavigationen. Bei einem sequenziellen Menü wird jeweils nur die aktuell relevante Navigationsebene dargestellt. Ein Zurück-Link führt wieder zur vorherigen Ebene.

Gerade bei umfangreichen B2B- und B2C-Produktkatalogen ist dieses Prinzip hilfreich: Das Menü bleibt kompakt, obwohl der Katalog mehrere Ebenen enthalten kann.

„View All“ als bewährtes E-Commerce-Muster

Das Baymard Institute empfiehlt für mobile Produktkataloge eine eigene „View All“-Möglichkeit auf den jeweiligen Navigationsebenen. Nutzer können dadurch entweder weiter in eine Unterkategorie wechseln oder die vollständige Produktliste der aktuellen Kategorie aufrufen.

Der Eintrag „Alle Produkte in Handpads“ entspricht genau diesem Prinzip.

Als Beispiel beschreibt Baymard eine übergeordnete Kategorie wie „Women“ mit Unterkategorien wie „Clothing“ und „Coats“. Auf den jeweiligen Ebenen sollte zusätzlich ein Eintrag wie „View All Women’s“ oder „View All Women’s Clothing“ verfügbar sein.

Nutzer können damit selbst entscheiden, ob sie ihren Einkauf weiter eingrenzen oder bereits an der aktuellen Stelle alle verfügbaren Produkte anzeigen möchten.

Baymards Untersuchungen zeigen zudem, dass dieses Muster keineswegs in allen Onlineshops korrekt umgesetzt wird. In einer 2025 veröffentlichten Auswertung fehlte bei 33 Prozent der untersuchten Websites eine „View All“-Option auf den Ebenen der mobilen Produktnavigation.

Das scheinbar kleine Detail kann somit einen wesentlichen Unterschied für die Erreichbarkeit von Produkten und die Verständlichkeit der Navigation machen.

Warum nicht einfach alle Produkte sofort anzeigen?

Eine mögliche Alternative wäre, innerhalb der mobilen Navigation nicht nur Unterkategorien, sondern sofort alle zugehörigen Produkte darzustellen.

Das würde das eigentliche Navigationsproblem jedoch nicht sinnvoll lösen. Ein Menü soll in erster Linie dabei helfen, den gewünschten Bereich eines Produktkatalogs auszuwählen. Würden zusätzlich Produktbilder, Preise, Varianten und Verfügbarkeiten eingeblendet, würde die Navigation schnell sehr lang und unübersichtlich.

Die vollständige Darstellung der Produkte gehört daher auf die jeweilige Kategorieseite. Das Navigationsmenü stellt lediglich den passenden Weg dorthin bereit.

Eine Kategorieseite kann anschließend unterschiedlich aufgebaut sein:

  • Sie zeigt ausschließlich Produkte.
  • Sie verweist zunächst auf weitere Unterkategorien.
  • Sie kombiniert Unterkategorien und Produkte.

Baymard bezeichnet die Kombination aus Unterkategorie-Navigation und Produktliste als hybride Kategorieseite. Ein solcher Aufbau kann sinnvoll sein, wenn die Anzahl der Unterkategorien und Produkte überschaubar bleibt und beide Bereiche visuell klar voneinander getrennt werden.

Was auf der Kategorieseite angezeigt wird, ist jedoch eine andere Frage als deren Erreichbarkeit in der mobilen Navigation.

Warum der Link kein zusätzliches Pfeilsymbol benötigt

Symbole sollten innerhalb einer Navigation immer dieselbe Bedeutung haben.

In diesem Fall gilt:

mit Dreieck oder Pfeil weitere Navigationsebene öffnen
ohne Symbol eine Seite aufrufen

Der Eintrag „Alle Produkte in …“ öffnet keine weitere Menüebene, sondern direkt eine Produktseite. Er verhält sich daher genauso wie eine Kategorie, die Produkte, aber keine Unterkategorien enthält.

Würde ausschließlich dieser Link ein zusätzliches Chevron erhalten, entstünden drei visuelle Regeln:

Dreieck Unterkategorien öffnen
Chevron Produktliste öffnen
kein Symbol ebenfalls Produktliste öffnen

Das wäre unnötig kompliziert. Die einfachere und konsistentere Regel lautet deshalb:

Ein Symbol kennzeichnet eine weitere Navigationsebene. Ein Eintrag ohne Symbol führt direkt zu einer Seite.

Eine Alternative: einheitliche Kategorieebenen

Je nach Sortiment kann es sinnvoll sein, die Kategorien so zu strukturieren, dass vergleichbare Bereiche auf derselben Ebene liegen.

Statt beispielsweise Produkte direkt unter „Handpads“ abzulegen und zusätzlich die Unterkategorien „Öko-Produkt“ und „Zubehör“ zu verwenden, könnte das Sortiment vollständig auf Unterkategorien verteilt werden:

Handpads

├── Standard-Handpads
├── Öko-Handpads
└── Zubehör

In diesem Fall enthält die Kategorie „Handpads“ keine eigenen Produkte mehr. Sie dient ausschließlich als übergeordnete Struktur, und der Eintrag „Alle Produkte in Handpads“ wird nicht benötigt.

Ob eine solche Aufteilung sinnvoll ist, hängt allerdings vom Sortiment ab. Zusätzliche Kategorien sollten den Einkauf erleichtern und nicht nur angelegt werden, um einen Navigationseintrag zu vermeiden. Bei wenigen Produkten kann eine weitere Unterteilung mehr Aufwand als Nutzen verursachen.

Fazit

Der Eintrag „Alle Produkte in …“ ist weder ein Workaround noch eine technische Besonderheit eines bestimmten Shopsystems.

Er ist die logische Folge davon, dass eine Kategorie gleichzeitig zwei unterschiedliche Arten von Inhalten enthalten kann:

  • direkt zugeordnete Produkte
  • weitere Unterkategorien

Da ein einzelner Fingertipp nur eine eindeutige Aktion auslösen kann, benötigen diese beiden Ziele getrennte Bedienmöglichkeiten.

Der automatisch erzeugte Übersichtslink stellt sicher, dass keine Produkte in der mobilen Navigation verloren gehen und gleichzeitig alle Unterkategorien erreichbar bleiben. Er entspricht damit etablierten Mustern für mobile Navigationen und der im E-Commerce verbreiteten Empfehlung, auf den jeweiligen Katalogebenen eine „View All“-Möglichkeit anzubieten.

Das Ergebnis ist eine klare und konsistente Navigation – und damit genau das, was Nutzer von einem professionellen Onlineshop erwarten.

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