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Mit diesem Beitrag setzen wir unsere beliebte Blogreihe „einfach erklärt“ fort. Nachdem wir uns in der letzten Serie mit Themen wie OCI und Punchout-Integrationen im B2B-E-Commerce beschäftigt haben, widmen wir uns diesmal einem Thema aus dem Alltag vieler Webshops: Gutscheinen.
Der Artikel steht dabei bewusst für sich allein innerhalb der Reihe. Wie gewohnt erklären wir ein praxisrelevantes Thema verständlich, kompakt und ohne unnötigen technischen Ballast – diesmal geht es um den Unterschied zwischen Wertgutscheinen und Rabattgutscheinen und warum dieser Unterschied für Shopbetreiber, Buchhaltung und die technische Umsetzung im Webshop wichtig ist.
Ein Wertgutschein funktioniert im Prinzip wie Bargeld, das nur bei einem bestimmten Händler eingelöst werden kann.
Der Gutschein hat einen festen Geldwert, beispielsweise:
Der Gutschein kann gekauft, verschenkt und später beim Einkauf eingelöst werden.
Typische Einsatzbereiche sind:
Viele Shopsysteme verwalten solche Gutscheine als Guthaben, das beim Einkauf als Zahlungsmittel verwendet werden kann.
Wenn ein Gutschein keine konkrete Leistung beschreibt, wird beim Kauf noch keine Umsatzsteuer fällig. Die Umsatzsteuer entsteht erst bei der Einlösung, also dann, wenn tatsächlich Waren oder Leistungen gekauft werden.
Ein Kunde kauft einen Gutschein über 10 € im Webshop und gibt ihn weiter. Der Empfänger bestellt später Waren im Wert von 100 € netto.
Rechnung:
Für den Händler gilt:
Der Gutschein wirkt also wie eine Zahlungsart, nicht wie ein Preisnachlass.
Ein Rabattgutschein funktioniert anders. Hier reduziert der Gutschein den Preis der Ware selbst.
Der Kunde zahlt also weniger für das Produkt – ähnlich wie bei einem besonders gut verhandelten Preis.
Typische Beispiele:
Im Unterschied zum Wertgutschein handelt es sich also nicht um Guthaben, sondern um einen Preisnachlass.
Da der Gutschein den Preis reduziert, wird auch die Umsatzsteuer nur auf den reduzierten Betrag berechnet.
Ein Kunde besitzt einen Rabattgutschein über 10 € ab 100 € Einkaufswert. Der Kunde kauft Waren im Wert von 100 € netto.
Der Gutschein wirkt also wie ein Preisnachlass.
Gutscheine sind nicht nur im klassischen Endkundenshop verbreitet. Auch im B2B-E-Commerce können sie sinnvoll eingesetzt werden.
Ein typisches Szenario aus der Praxis:
Ein Hersteller betreibt einen B2B-Webshop für Händler. Um eine neue Produktlinie zu bewerben, erhalten ausgewählte Vertriebspartner einen Rabattgutschein über 50 € ab einem Bestellwert von 500 €.
Ein Händler bestellt Waren im Wert von 500 € netto und löst den Gutschein ein.
Für den Händler des Webshops bedeutet das:
Solche Aktionen werden häufig eingesetzt, um:
Gerade im B2B-Bereich können Gutscheine damit ein gezieltes Vertriebsinstrument sein – ähnlich wie zeitlich begrenzte Sonderkonditionen.
Für Kunden macht es im Alltag kaum einen Unterschied, welche Gutscheinart sie verwenden. Für ein Shopsystem hingegen ist die Unterscheidung wichtig, da unterschiedliche Prozesse dahinterstehen.
Ein Webshop muss beispielsweise korrekt abbilden:
Typische Funktionen moderner Shoplösungen sind daher:
So lassen sich Gutscheine nicht nur technisch korrekt verarbeiten, sondern auch gezielt für Marketingaktionen oder Kundenbindung einsetzen.
Kurz gesagt:
Gutscheine sind ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug im E-Commerce. Entscheidend ist jedoch die richtige Unterscheidung:
Für Shopbetreiber hat das direkte Auswirkungen auf Preisberechnung, Umsatzsteuer und Marketingaktionen. Entsprechend müssen Shopsysteme beide Varianten sauber unterstützen und flexibel konfigurierbar machen.
So lassen sich Gutscheine nicht nur korrekt abrechnen, sondern auch gezielt als Instrument für Kundenbindung und Umsatzsteigerung einsetzen – sowohl im B2C- als auch im B2B-Handel.
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