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Versandkosten gehören zu den sensibelsten Punkten im E-Commerce. Sie beeinflussen nicht nur die tatsächlichen Logistikkosten eines Unternehmens, sondern auch die Kaufentscheidung der Kunden. Zu hohe oder unklare Versandkosten führen schnell zu Kaufabbrüchen – zu niedrige Kosten wiederum können die Marge belasten.
In diesem Beitrag setzen wir unsere Reihe „einfach erklärt“ fort. Nach Themen wie Punchout oder OCI-Schnittstellen widmen wir uns diesmal einem Thema, das in jedem Onlineshop vorkommt – aber technisch oft unterschätzt wird: die Versandkostenberechnung.
Auf den ersten Blick scheint die Sache einfach: Paket verschicken, Preis festlegen, fertig.
In der Praxis spielen jedoch viele Faktoren eine Rolle:
Ein professioneller Onlineshop berücksichtigt diese Faktoren automatisch und berechnet die Versandkosten anhand definierter Regeln.
Dabei kommen in der Praxis zwei unterschiedliche Konzepte zum Einsatz, die häufig miteinander kombiniert werden – aber technisch nicht zwingend voneinander abhängig sind:
Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Die Berechnung der Versandkosten und die Darstellung der Versandkosten als Artikel sind zwei getrennte Mechanismen.
Das bedeutet:
Ein Shop kann Versandkosten nach Gewicht oder Bestellwert berechnen, ohne zwingend mit Versandkostenartikeln zu arbeiten. Umgekehrt kann ein Versandkostenartikel auch für fixe Versandkosten verwendet werden, ohne komplexe Berechnungsregeln.
In vielen professionellen Shops werden beide Konzepte kombiniert, weil sie unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Bei der klassischen Versandkostenberechnung werden Versandkosten anhand definierter Regeln ermittelt.
Hier hängen die Versandkosten vom Warenwert ab.
Dieses Modell wird häufig eingesetzt, um größere Warenkörbe zu fördern.
Vor allem bei schweren oder sperrigen Produkten spielt das Gewicht eine Rolle.
Der Shop berechnet automatisch das Gesamtgewicht der Bestellung und ordnet die passende Versandstufe zu.
Auch regionale Unterschiede können berücksichtigt werden.
Der Shop prüft automatisch die Lieferadresse und wählt die passende Versandzone.
Diese Berechnungsmodelle bestimmen also den Betrag der Versandkosten.
Unabhängig davon, wie Versandkosten berechnet werden, müssen sie technisch Teil der Bestellung sein. Hier kommt der Versandkostenartikel ins Spiel.
Dabei wird im Shop ein spezieller Artikel angelegt, zum Beispiel:
Dieser Artikel besitzt einen fest definierten Preis.
Dieser Preis stellt die Versandkosten dar.
Wenn eine Bestellung ausgelöst wird, kann der Shop automatisch den passenden Versandkostenartikel zur Bestellung hinzufügen.
Für den Kunden erscheint im Warenkorb weiterhin einfach:
Versandkosten: 7,90 €
Technisch handelt es sich jedoch um eine Artikelposition mit genau diesem Preis.
Der Versandkostenartikel hat einen entscheidenden Vorteil: Er erleichtert die Weiterverarbeitung der Bestellung in anderen Systemen.
Viele Unternehmen übertragen Bestellungen automatisch an ein ERP-System, etwa für:
Wenn Versandkosten als Artikelposition existieren, können sie problemlos übergeben werden.
Angenommen, ein Händler nutzt das ERP-System BMD für die Auftragsverarbeitung.
Der Ablauf könnte so aussehen:
Im ERP-System erscheint der Versandkostenartikel dann als eigene Position im Auftrag.
Das ermöglicht:
Gerade bei komplexeren Logistikmodellen sorgt dieses Prinzip für eine klare und nachvollziehbare Verarbeitung über mehrere Systeme hinweg.
Ein Händler für Industriewerkzeuge betreibt einen kombinierten B2B/B2C-Shop.
Die Versandkostenberechnung bestimmt also zuerst den Preis.
Anschließend wird ein entsprechender Versandkostenartikel – zum Beispiel „Speditionsversand Palette“ – mit genau diesem Preis zur Bestellung hinzugefügt und an das ERP-System übergeben.
Versandkosten gehören zu den häufigsten Gründen für abgebrochene Bestellungen.
Studien zeigen regelmäßig, dass unerwartete Zusatzkosten einer der größten Conversion-Killer im Checkout sind. (Quelle: Baymard Institute – E-Commerce Checkout Usability Research)
Ein gutes Versandkostenmodell erfüllt daher drei Ziele:
Versandkosten in modernen Onlineshops basieren häufig auf zwei unterschiedlichen Konzepten:
Beide Mechanismen können unabhängig voneinander existieren – werden aber in vielen professionellen Shops kombiniert.
So entstehen Versandmodelle, die gleichzeitig:
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